25.12.2019

Saisonrückblick 2019

Vierfachsieg für den eb019, Podium in Barcelona für den db019

Die Saison 2019 - eine wie keine zuvor für das TUfast Racing Team.

Als TUfast e-technology fuhr das studentische Team der TU München auf den vier großen europäischen Formula Student Wettbewerben in Ungarn, Österreich, Deutschland und Spanien den Gesamtsieg mit dem eb019 ein. Keinem anderen Team ist dies in der Geschichte der Formula Student zuvor gelungen, und so werden wir TUfast e-technology mit nun insgesamt fünf konsekutiven Siegen wohl bald auf Platz 1 der Weltrangliste sehen.

Mit dem autonomen Rennwagen db019 startete man als TUfast Driverless ein wenig holpriger in die Rennsaison 2019. Nach einigen zeitintensiven mechanischen Herausforderungen in Ungarn und Deutschland fuhr der db019 in Spanien bei angenehmen 50°C Asphalt-Temperatur auf den 2. Platz der Gesamtwertung.

Im Folgenden das Geschehen der Wettbewerbe detailreich aus Sicht der Münchner berichtet. Lassen Sie sich hineinziehen in die Atmosphäre der Formula Student Rennen und seien Sie nächstes Jahr vor Ort dabei.


FORMULA STUDENT EAST

17.07. - 21.07.2019 FS EAST.
Seit 2017 die Anlaufstelle aller großen europäischen FS-Teams. 73 Teams (24 EV, 17 DV)


Dieses Jahr starteten wir mit beiden Rennwagen in Ungarn in die Rennsaison 2019. Formula Student East fand zum vierten Mal statt und auch diesmal kamen 73 verschiedene Teams nach Ungarn. Ort der Austragung ist die „ZALA-Zone“, ein hochmodernes Testgelände für autonomes Fahren.
Wie auf jedem FS-Wettbewerb erfolgt zuerst die technische Abnahme, das sogenannte „Scrutineering“, um die Reglementkonformität aller teilnehmenden Fahrzeuge zu überprüfen. Zeitgleich wurde das Team um eb019&db019 in den statischen Events geprüft. Für Cost Report und Engineering Design musste das Fahrzeug in der Box stehen, was u.a. leider wichtige Zeitslots im Scrutineering blockierte. Aufgrund guter Vorbereitung und hervoragender Präsentation gelang es dem db019 ins Engineering Design Finale einzuziehen und schlussendlich
den 3. Platz zu belegen. Der eb019 verpasste das Finale knapp um einen Platz und landete auf dem 5. Platz.


Während der db019 aufgrund zeitlicher Knappheit nicht alle Tests des Scrutineerings bestanden hatte, konnte sich der eb019 auf der Strecke in den dynamischen Events beweisen und belohnte die fundierte Ingenieursarbeit des Teams.
Im Skidpad, Autocross und Endurance fuhr der eb019 jeweils die Bestzeit sowie die höchste Effizienz ein, was viele Punkte und schlussendlich den Gesamtsieg einbrachte. Der db019 platzierte sich aufgrund guter Leistung in den statischen Events auf Platz 4.

 


FORMULA STUDENT AUSTRIA

28.07. - 01.08.2019 FSA.
Highlight auf dem Redbull-Ring. Weniger Teams, aber hohes Niveau. 58 Teams (24 EV)

Nach gerade einmal einer Woche Checks, Fahrzeugoptimierungen und Testing in der Heimat, ging es für den eb019 schon auf zum nächsten Rennen nach Österreich. Vor dem Bergpanorama des Red-Bull-Rings traten wir dort gegen 23 andere Formula Student Teams in der Elektro-Klasse an.
Mit dem 3. Platz im Business Plan und dem 2. Platz im Engineering Design konnte sich der eb019 diesmal bereits in den statischen Disziplinen wichtige Punkte sichern.

FSA ist mit nur 4 vollen Tagen der kürzeste Wettbewerb in der europäischen FS-Szene. Dementsprechend eng getaktet sind die Events gestaffelt, beispielsweise fuhr der eb019 die 3 Dynamics Acceleration, Skid Pad und Autocross am gleichen Tag. Die Auslastung machte dem Rennwagen wenig aus, auf der Award Ceremony des Abends regnete es drei Podiumsplätze:

Auf Grund der Erstplatzierung im Autocross, startete der eb019 mit den „Final Five“ in den Endurance. Ein spannendes Rennen wie selten begann über 22km. Unseren guten Freunden und Mitstreitern aus Trondheim und Delft möchten wir hierbei zu ihren performanten Rennwagen gratulieren. Delft fiel leider in der vorletzten Runde mit technischen Schwierigkeiten aus, Trondheim belegte dicht hinter dem eb019 den 2. Platz.
Zusätzlich zum Gesamtsieg wurde das Team von Siemens für das zweitbeste Konzept für den elektrischen Antriebsstrang und Kabelbaum, sowie von ITK für das beste Vorgehen beim On-Track-Testing ausgezeichnet.

 


FORMULA STUDENT GERMANY

05.08. - 11.08.2019 FSG.
Der Showdown auf dem Hockenheimring. 119 Teams (39 EV, 20 DV)

Zur Formula Student Germany, dem größten Wettbewerb, kamen vom 05. bis 11. August 119 Teams von überall auf der Welt zum Hockenheimring. Auch dieses Jahr traten davon 39 Teams aus der Kategorie Electric und 20 Teams mit einem Driverless-Vehicle an.

Für unseren db019 startete das Event gleich am Montag mit einem straffen Zeitplan. Mechanical und Accumulator Scrutineering fanden zeitgleich statt, beide konnten ohne Anmerkungen bestanden werden, ebenso das LV-Electrical. Der Scruti-Fortschritt konnte sich sehen lassen und die Laune und Vorfreude auf die kommenden Events stieg.
Am Dienstag stieg der eb019 ins Scrutineering ein. Nachdem man in FSEAST und FSA fast verwöhnt wurde, bekam es das Team vor allem im Mechanical Scrutineering mit neuen Herausforderungen zu tun. Mit mehreren Anläufen, ein paar Modifikationen und neuen Bohrungen im Monocoque konnte dieses schließlich bestanden werden. Das Accumulator-Scrutineering wurde dafür auf Anhieb bestanden. Der db019 konnte das HV-Electrical Scrutineering abschließen, benötigte für den autonomen Teil aber noch mehr Zeit.

Wednesday = Statics Day. Das Team von eb019 und db019 wurde in Business Plan, Cost&Manufacturing und dem Engineering Design geprüft. In ersterem konnten wir gegenüber den anderen Teams nicht ganz überzeugen. Dafür erreichte der eb019 den 8. Platz im Cost Event, für TUfast ein erfreuliches Ergebnis.

Der db019 konnte im Engineering Design überzeugen und erreichte das Finale. Der eb019 verpasste dieses knapp. Quasi nebenbei bestand der eb019 das LV&HV-Electrical Scrutineering. Weniger erfreuliche Nachrichten gab es von Seiten des db019. Dem Team fiel austretende Flüssigkeit am Rädtrager vorne links auf. Nach genauerer Untersuchung wurde ein Riss im Radträger festgestellt. Mehrere Klebungsversuche beschäftigten das Team die weitere Wettbewerbszeit über, sollten jedoch vergeblich bleiben.

Am Donnerstag blieb dem eb019 Zeit, die dynamischen Scrutineerings Tilt Test, Rain Test und Brake Test zu absolvieren. Der db019 beschäftigte sich weiter mit dem DV-Scrutineering und seinem Radträger. Zusätzlich nahm das Team des db019 an zwei Finals für vorab ausgeschriebene Special Awards teil und belegt im Engineering Design Final des Abends den 4. Platz.

Für den eb019 begann mit dem Freitag die dynamischen Disziplinen. Vormittags stellte der eb019 auf dem Skid Pad mit 4,598s einen neuen Weltrekord in der Formula Student auf. Nachmittags im Acceleration fuhr er auf den 4. Platz.
Der Samstagmorgen begann früh für den db019. Das autonome Scrutineering sowie Tilt Test und Rain Test konnten bestanden werden. Jedoch gelang es nicht, den Radträger vor Ort abzudichten. Das Leck verhinderte den vollständigen Druckaufbau in der Bremsleitung des
linken Vorderrads. Dem db019 war es so unmöglich den Brake Test zu bestehen.

Der eb019 startet am Nachmittag im Autocross. Trotz einer Strafsekunde, da ein Kleinteil des Rennwagens auf die Strecke gefallen war („Track Loss“ ohne Vorteil für das Team), konnte der eb019 sich den 1. Platz auch im Autocross sichern. Zum Showdown am Sonntag startete der eb019 unter den „Final Six“, den 6 schnellsten Rennwagen, in den Endurance.

Es war ein schönes Rennen unter besten Streckenbedingungen. Die Kollegen aus Stuttgart und Dresden blieben leider auf der Strecke liegen. Unsere Freunde aus Trondheim bestanden leider das Post-Scrutineering nicht. Der eb019 konnte dafür die beste Runden- und Gesamtzeit einfahren und holte sich mit dem Sieg im Endurance den Gesamtsieg der Formula Student Germany 2019.
Der db019 erreichte den 9. Platz und überzeugte Daimler mit dem drittbesten autonomen System.

 


FORMULA STUDENT SPAIN

20.08. - 25.08.2019 FSS.
36°C, tiefschwarzer Asphalt, Sonne satt. Das ist Motorsport. 75 Teams (39 EV, 8 DV)

Zum Abschluss der Saison ging es nach Barcelona zum Circuit de Catalunya. Dort lief die technische Abnahme vergleichsweise schnell ab. Der eb019 kam rasch durch das Scrutineering und auch den db019 konnte sich erfolgreich in Braketest und Autonomous Scrutineering behaupten.
Der Business Plan des db019 konnte sich gegenüber allen anderen Teams durchsetzen und belegte den 1. Platz. Im Cost Report haben beide Teams überdurchschnittlich abgeschlossen und beim db019 reichte es sogar für den 3. Platz.
Auch im Engineering Design konnte das Team wieder überzeugen und erreichte mit beiden Fahrzeugen Platz 2.

Das Driverless-Acceleration Event verpassten der db019 auf Grund des ausschließlich in Spanien eingesetzten Pre-Scrutineerings der Officials um wenige Minuten.
Dem Acceleration der Elektro-Klasse kommt in Spanien eine besondere Bedeutung zu: Er findet bei Nacht statt. Den Teams ist es hier erlaubt besondere Lichteffekte an ihren Rennwagen zu montieren. Der eb019 fuhr mit Unterbodenbeleuchtung dabei die fünftbeste Zeit ein.
Der db019 trat jeweils im Autocross und Trackdrive an, kam aber mit der engsten Kurve kurz vor Schluss nicht zurecht.

Im Skid Pad, Autocross und Endurance belegte der eb019 im vierten Event in Folge jeweils den ersten Platz und konnte sich somit wieder über den Gesamtsieg freuen. Auch der db019 konnte aufgrund sehr guter Leistung in den Statics den 2. Platz in der Gesamtwertung erzielen.